zuletzt aktualisiert 26.01.2001

THX-Mike alias Michael Anker


 

So nun ist es endlich so weit, ich habe meine erste HP begonnen, es wird sicher noch einige Zeit dauern bis ich das ins Netz gebracht habe, was ich Euch da draussen zeigen möchte.
Ich bin nunmehr seid meinem 17. Lebensjahr mit dem Kino eng verbunden. Damals habe ich als "kleiner" Einlassdienst im Innsbrucker Metropol-Kino angefangen. Die altehrwürdigen Gemäuer erzitterten als (Scherz) ich Sie zum ersten mal erblickte und Sie mich sahen.

Damals war noch alles voll in Ordnung in der guten alten Zeit.

Nach einigen Monaten harter Einschulung durch unsere hochwohlgeschätzte (kein Scherz) Senior-Chefin hatte ich die Berechtigung den so harten, anstrengenden und sehr komplizierten Job als "Billeteur" auszuüben.
In manchen Kreisen ist diese Tätigkeit auch als Kartenabreisser bekannt, was wohl eher die hauptsächlich anfallenden Arbeiten umschreibt. Damals hatten wir nur 4 Säle und waren trotzdem das größte Kino in Tirol.

Als ich dann genügend Karten abgerissen hatte, dass war so Ende 1993, durfte ich dann mal bei unserer Institution in Sachen Projektion, Herrn Walter Krug ( wenn auch nicht gerade unermüdlich) im heiligen Leokino die große Kunst des Vorführens erlernen auf Philips Dp70 Projektoren in Überblendtechnik (ja das gabs damals noch!) mit Analog Dolby-SR aus einem CP55 Processor mit Philips 150 Watt Monoblöcken hintendrann, für ein 300 Platz Kino (nur600 Watt Gesamtleistung für ein einziges Kino, unvorstellbar in der heutigen Kinotechnik)
Beim Kombinationsprojektor DP70 (35/70 mm)muß man einfach anderen Film-Weg einlegen, Maske, Objektiv tauschen und schon hat man einen 70mm Projektor, fantastisch. Das ist übrigens der Maschinentyp für den Philips 1962 von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences® den heisbegehrten OSCAR® bei seiner 35.Auflage erhalten hat.
Der Projektor ist auch als "Norelco Universal 70/35mm motion picture projector" bekannt.

Nach einiger Zeit dann, Ende 94 hatte ich genug vom Leokino und mußte äh "durfte" ich dann ins damalige Metropol-Kinocenter wechseln. Dort war man schon ein wenig fortschrittlicher, in jedem Saal Telleranlagen
Matrixen zur Steuerung und Digital-Ton, 1994 war Digitalton noch ein Zauberwort, die Kopien kosteten damals noch ein Vermögen und waren auch dementsprechend gut, was Bild und Tonqualität anbelangt.
Heute hingegen sind die Kopien unscharf beim Ton gibts regelmäßig Aussetzer und teilweise funktioniert er gar nicht, damals hätte man das was heute in den Kinos läuft "AUSSCHUß" genannt.

Ich war dort einmal/Woche (auch als Auffüllung) in einem fast durchwegs mit Studenten und Schülern aufgefüllten Team integriert, natürlich gabs auch einen Hauptvorführer Reinhard und die "Auffüllungen"  Tobi K., Stefan H., Thomas G-Punkt, Thomi K. und manchmal führte auch noch Christian vor.

Es war immer sehr lustig und interessant dort zu arbeiten, damals hatte alles noch mehr Zeit, man mußte nicht so schnell handeln, arbeiten und hatte am Abend auch Zeit Fern zu sehen, auch wenns nur zwei Programme gab. Im Vorführraum 1 hinter den ratternden U2-Maschinen (400 kg DEUTSCHER STAHL).  Für mich als Schüler der in einem Internat wohnte war das aber eigentlich nicht schlecht.

Leider ändert sich alles einmal und so kam es auch mit dem Umbau in das neue Metropol-Tirols Multiplex, aber das erkläre ich Euch später. Ein paar Leute drauern dem alten Metropol immer noch nach, das kann man gut verstehen jedoch hat alles mal ein Ende und man muß was verändern, denn sonst wird man irgendwann mal stehenbleiben und das ist ja nicht das Streben der Menschen.

Zum Ende meiner schulischen Laufbahn 1995 bemühte ich mich als, kinotechnischer Freak, bei der Fa. HASSO in München zu bewerben, was auch nach einiger Zeit erfolgt war. Die Fa. HASSO war damals noch im Zentrum von München angesiedelt, Göthestr. 28, und war einer der größten Kinoausstatter in Europa. Ende 95 dann, kam ich also zur besagten Firma und durfte alles was mit Kino und dergleichen zu tun hatte erlernen, leider nur bis Ende des Jahres denn dann holte mich Vater Staat an die Waffe (Anmerkung: meine erste Baustelle war das Hollywood Megaplex in Linz).

Für ein paar Monate mußte ich in der Kufsteiner Enrichkaserne Dienst als HKF (Heeres-Kraftfahrer) tun. Es stellte sich heraus, dass alles stimmt was übers Bundesheer so geschrieben und erzählt wird, ein absoluter Zivilversager und Dilletantenverein. Ja, nichts desto trotz kam ich dann im Herbst 96 wieder an meinen angestammten Platz in München, diesmal Mühldorfstraße 8 (nähe Ostbahnhof), zurück. Es war nicht leicht nach 7 Monaten "hartem" HKF-Dienst wieder einer normalen, leistungsfordernden Arbeit nachzugehen.

Ja dann gehts in München weiter, im Herbst 96 hatte ich dann meinen PLatz in meiner alten Firma wieder, schon in den ersten Tagen durfte ich gleich in die Heimat fahren, Gleichrichter tauschen, im damaligen Metropol 1. Es gab dann noch einige weitere Sachen unter anderem das Cineplaza in Beyreuth.
Ich stellte fest, dass es nach ein paar Monaten nichts tuen nicht so einfach zu sein scheint wieder normaler Arbeit nachzugehen. Es dauerte lange bis ich wieder einen Willen zu dieser jenigen welchen hatte. Schließlich hatte ich das Glück sehr viele nette Kollegen zu haben, allen voran Hans Veith (seines Zeichens Obermechaniker und gute Seele der Fa.), dann war da noch Sniegi (Wolf Thomas Sniegon ebenfalls Mechaniker--> konnte Umlenkrollen setzen wie kein anderer) leider ist Er ca. 2m lang und somit konnte  ein kleiner Vorführer nicht die von Ihm bestimmten Höhenangaben, betreffend der Umlenkrollenposition, erreichen, was durch aus zum allgemeinen Vorfinden von Bierkästen in Vorführräumen führte (leere natürlich!), dann war da noch Thom (Thomas Schmidtpeter, ebenfalls ein Kücken wie ich es war, leider auch endlich gescheiter worden und geht einer normalen Arbeit als Telefonanlagenmonteur nach),
Schorsch (Jörg Röschenthaler-der Häuptling, einziger gelernter Kinotechniker, d.H. hat den Job als Lehrling erreicht, eine Seltenheid heutzutage, Oliver war da auch noch (erster Lehrling der Firma Hasso, mittlerweile schon fertig (ausgebildet),

Eine Person die sich maßgeblich auf meine Berufslaufbahn ausgewirkt hat war Oskar (Dipl.Ing. Oskar Walter)
Er war immer der, der alles wußte, wirklich!, der einem immer alles erklärte und vermittelt hat und versuchte. Er hatte mit uns allen immer sehr viel Geduld, wenn Er mal nicht gerade am Telefon gehangen hatte bzw. hatte werden müssen!

Nachdem ich dort ca. 2 Jahre meines Lebens verbrachte und mehrere große Kino´s mitaustatten durfte, kam dann ende 97 der Auftrag das Metropol-Multiplex einzurichten, es begann alles im Vorführraum 2 der zu diesem Zeitpunkt mehr oder weniger als Insel auf dieser Rohbaustelle galt. Das war so ungefähr der Einzige Raum mit fertigem Boden und Wänden, zuerreichen war er nur über ein Fenster vom Innenhof, der Saal war noch Rohbau.

Nun begann die Montage der einzelnen Kinos, aus teilweise alten Teilen und auch neuen Teilen, Kino um Kino. Der Eröffnungstermin rückte immer näher und die Kinos nahmen immer mehr an Gestalt an.

Eines Tages sagte mein jetziger Kollege Reini, dass Sie noch immer auf der Suche nach einem fähigen Theaterleiter seien und ob ich nicht Lust hätte diesen Job zu machen. Ich nahm das damals nicht ganz ernst und dachte mir nichts dabei.

Doch nach ein paar Tagen fragte er mich wieder und nun machte ich mir Gedanken wie das denn wohl funktionieren könnte. Nach ein paar Gespräche mit meiner jetzigen Chefin (Ingrid Hueber) stand mein Entschluß fest, ich werde Theaterleiter im Metropol-Multiplex.

Seid nunmehr 3 Jahren versehe ich diesen Job, manche Leute haben mir das nie zugedrauht, es macht Spaß und ist bis jetzt noch nie langweilig gewesen. Entweder eine  Maschine gibt den Geist auf, natürlich nur bei vollem Haus, eh klar, oder die Kopie kommt erst 1 Stunde vor der Vorstellung obwohl sie schon seid 2 Tagen da sein soll.

Es gibt in einem Multiplex-Kino sehr viel zu tun, das beginnt bei der kleinsten Glühbirne und endet bei der Justage von Digitaltonreadern eines Film-Projektors. Kann alles passieren!

Eines jedoch ist im Metropol unschlagbar, der Zusammenhalt aller Mitarbeiter und der freundschaftliche Umgang mit Mitarbeitern (Führungsebene-Mitarbeiter), welcher sich, meiner Meinung nach, auf den Umgang mit den Kunden wiederspiegelt.
Als ich als Schüler im Kino angefangen habe, hat mir jemand gesagt, "Einmal Kino. immer Kino"
damals habe ich mir gedacht "Ja, ja red´s ihr nur!", doch seid nunmehr 8 Jahren habe ich intensiv mit Kino zu tun ob als "Apspieler" oder als Techniker, Kino bleibt Kino und wird es auch immer bleiben, auch im Zeitalter des E-Cinemas.

Ein Leben ohne Kino kann ich mir nicht vorstellen, dass ist wie das Salz in der Suppe!
 

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